Unser Museum wird neu gedacht
Das Museum für Weinbau und Stadtgeschichte in Edenkoben steht vor einem großen Schritt: Die Dauerausstellung, die seit den 1980er Jahren weitgehend unverändert geblieben ist, wird inhaltlich, gestalterisch und didaktisch von Grund auf überarbeitet. Der Heimatbund Edenkoben e.V. treibt dieses Vorhaben ehrenamtlich voran – gemeinsam mit der Stadt Edenkoben und professioneller wissenschaftlicher Begleitung.

Warum eine Neugestaltung?
Die bestehende Ausstellung erzählt viel – aber nicht alles. Wichtige Kapitel der Edenkobener Geschichte fehlen oder sind unterrepräsentiert. Die Kriegs- und Nachkriegszeit, die Aufbaujahre, Migration und Zuwanderung, die Industrialisierung oder die Stadtentwicklung der letzten Jahrzehnte kommen bisher kaum vor. Gleichzeitig ist die Ausstellung stark textlastig und entspricht nicht mehr den Erwartungen heutiger Besucherinnen und Besucher.
Das soll sich ändern. Das Ziel ist ein Museum, das die historische Vielfalt Edenkobens lebendig und zeitgemäß zeigt – und das für alle zugänglich ist.
Was sich ändern wird
Neue Inhalte, neue Perspektiven
Edenkobener Geschichte soll umfassender und persönlicher erzählt werden. Neben der Vertiefung bestehender Themen wie dem Weinbau, Kloster Heilsbruck, den Konfessionen oder Edenkoben als Kur- und Schulstadt rücken bisher fehlende Kapitel in den Fokus: die Kriegs- und Nachkriegszeit, die „Gastarbeiter“-Geschichte, die Vereinskultur und die Stadtentwicklung bis heute. Persönliche Geschichten und Erinnerungen von Edenkobener Bürgerinnen und Bürgern sollen stärker in den Mittelpunkt rücken. Objekte werden als „Zeitzeugen“ lebendig von der Geschichte berichten.
Moderne Vermittlung statt Textwände
Die Ausstellung wird interaktiver und partizipativer: Mitmach-Stationen, Anfass-Angebote und persönliche Erzählformate sollen den Museumsbesuch zu einem Erlebnis machen. Digitale Vermittlungsmethoden wie QR-Codes, Audioguides und Medienstationen ergänzen das Angebot. Texte werden deutlich reduziert und können optional über mobile Geräte vertieft werden. Die Inhalte richten sich dabei sowohl an Erwachsene als auch an Kinder – mit einfacher Sprache, klarer Struktur und altersgerechten Informationen.

Räume neu gedacht
Die Räume im Museum werden thematisch neu geordnet und entlastet. Überladene Präsentationen gehören der Vergangenheit an. Im Erdgeschoss entsteht mit den Räumen E.1 und E.2 eine zentrale Aktions- und Veranstaltungsfläche – nutzbar für Sonderausstellungen, Vorträge, Lesungen oder ein Museumscafé. Mobile Ausstellungselemente sorgen dafür, dass dieser Bereich flexibel bespielt werden kann. Im Obergeschoss wird die Stadtgeschichte chronologisch erzählt, vom Mittelalter über die Kurfürstenzeit bis ins 20. Jahrhundert. Der Keller bleibt dem Schwerpunktthema Wein gewidmet – „Vom Weinberg ins Glas“. Im Dachgeschoss entsteht Raum für Museumspädagogik, Veranstaltungen und Sitzungen.

Barrierefreiheit: Der erste Bauabschnitt
Die Stadt Edenkoben hat bereits eine finanzielle Unterstützung für den ersten Bauabschnitt in Aussicht gestellt. Dieser umfasst die wichtigsten Maßnahmen für einen barriereärmeren Zugang:

Wie es weitergeht
Die Voruntersuchung zur Neukonzeption wurde von einem Gestaltungsteam aus Fachleuten und Ehrenamtlichen erarbeitet: Dr. Anja Kalinowski (Kunsthistorikerin, Mannheim) und Regina Hauber (Dipl.-Ing. Innenarchitektur, Mannheim) haben gemeinsam mit dem Vorstand des Heimatbundes und weiteren Beteiligten eine erste grundlegende Orientierung erstellt. Dieses Konzept wurde im Kuratorium der Stadt und im Dezember 2025 im Stadtrat sehr positiv aufgenommen.
Nun steht der nächste Schritt an: Bis September 2026 muss ein sogenanntes „Grobkonzept Plus“ erarbeitet werden, das als Grundlage für einen Förderantrag beim Museumsverband dient. Dafür wird das Gestaltungsteam erweitert – um ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die gemeinsam an der konkreten Ausgestaltung der Räume arbeiten.
Mitmachen und unterstützen
Du hast Interesse an Geschichte und arbeitest gerne im Team? Du möchtest mitgestalten, wie das Museum in Zukunft aussieht? Der Heimatbund sucht engagierte Menschen, die beim Detailkonzept mitwirken möchten – etwa bei der Recherche zu Exponaten, bei der Zusammenstellung historischer Quellen oder bei der Entwicklung von Ausstellungsideen. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, die Arbeit wird professionell wissenschaftlich begleitet.
Auch finanzielle Unterstützung ist willkommen: Mit einer Spende an den Heimatbund Edenkoben e.V. hilfst du, das Museumsprojekt Wirklichkeit werden zu lassen.
Kontakt: Bernd Guntermann, 1. Vorsitzender Heimatbund Edenkoben e.V. E-Mail: info@heimatbund-edenkoben.de Telefon: 06323 987164
