Stolpersteinverlegung in Edenkoben am 23.06.2026


Edenkoben ehrt jüdische und nichtjüdische Opfer des Nationalsozialismus mit der Verlegung von Stolpersteinen.

Von Norbert Lingenfelder

Bisher konnten 47 jüdische und 3 nichtjüdische Edenkobener ermittelt werden, die durch das Terrorregime der Nationalsozialisten in die Emigration getrieben wurden und dort verstarben, Selbstmord begingen oder in Internierungs- und Konzentrationslagern ermordet wurden.

2008 wurde ein Mahnmal mit 19 Namen dieser Opfer am Rathaus installiert. Da inzwischen weitere Opfer ermittelt wurden, wurde eine ergänzende Hinweistafel mit den inzwischen 50 Namen von Edenkobenern Opfern, neben dem Mahnmal im Jahr 2025 angebracht.

Diese, wie auch möglichst allen Edenkobenern, die in Lager verschleppt wurden, diese überlebten oder aber rechtzeitig ins schützende Ausland emigrieren konnten und die Nazi-Diktatur so überlebten, soll nun durch die Verlegung von Stolpersteinen an ihren Wohnadressen durch die Stadt Edenkoben gedacht werden.

Am 23. Juni 2026 wurden die ersten 6 Stolpersteine verlegt. Bei der Gedenkveranstaltung, zu der Stadtbürgermeister Poth bei 36° Grad Außentemperatur 70 interessierte Bürgerinnen und Bürger begrüßen konnte, stellte der Beauftragte der Stadt Edenkoben für die Erinnerungsarbeit an die Opfer des Nationalsozialismus, Stadtrat Norbert Lingenfelder, in seine Rede die 6 Edenkobener Persönlichkeiten würdigend vor. Die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte der Jahrgangsstufe 11 umrahmten mit sehr nachdenklichen Worten diese Veranstaltung.

An der Weinstraße 95 (dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Weidenreich) wurden 3 Stolpersteine verlegt:

  • Julius Weidenreich (1857 – 1940) emigrierte, Tod in Rotterdam, Niederlande
  • Helene Weidenreich geborene Gernsheim (1867 – 1942) emigrierte nach Rotterdam, deportiert und ermordet im KZ Sobibor
  • Prof. Dr. Franz Weidenreich (1873 – 1948) emigriert nach China und dann USA.

(Anmerkung: Das Ehepaar Weidenreich wird in einem gesonderten Artikel in dieser Ausgabe des Heimatbriefes gewürdigt.)

Über Franz Weidenreich haben wir in einigen Heimatbriefen des Heimatbundes bereits mehrfach berichtet. Unser ehemaliger Vorsitzender Herbert Hartkopf hat 2012 ein Buch über das Leben und Wirken des weltberühmten Wissenschaftlers verfasst. Die Stadt Edenkoben benannte vor 25 Jahren eine Straße nach Franz Weidenreich .

Vor der Tanzstraße 4 (dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Wolff) wurden ebenfalls 3 Stolpersteine verlegt:

  • Wolff, Max (1878 – 1961) 1940 deportiert nach Gurs konnte danach in die USA emigrieren.
  • Wolff, Luise geborene Blum (1888 – 1968) 1940 deportiert nach Gurs, konnte danach in die USA emigrieren.
  • Blum Emilie (1866 – 1942) 1940 deportiert ins Internierungslager Gurs, sie verstarb dort.

Den Lebenslauf von Emilie Blum haben neben Anderen auch Schülerinnen und Schüler der Realschule plus erarbeitet.

Die Stadt Edenkoben wird in den nächsten Jahren möglichst für alle Opfer des Nationalsozialismus, die aus Edenkoben stammen oder über kurze oder längere Zeit hier lebten, Stolpersteine verlegen.
Diese Aktionen sollen zum Nachdenken anregen, die Erinnerung an die Opfer wachhalten und den Opfern eine wenn auch späte Würdigung durch ihre Heimatstadt zukommen lassen.

Die Nachforschungen zu den Wohnorten und den Lebensläufen, die durch den Beauftragten der Stadt für die Erinnerungsarbeit koordiniert werden, werden durch rd. 35 Bürgerinnen und Bürger unterstützt. Dies sind Arbeitsgruppen des Stadtrates, des Heimatbundes, des Jugendzentrums, der Realschule plus, des Gymnasiums sowie eine Verwandte eines der Opfer.

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