Am 02. Mai um 12 Uhr wurde an der großen Kelteranlage an der Villastraße die Jubiläumsveranstaltung zu 50 Jahre Weinlehrpfad Edenkoben, eröffnet. Stadtbürgermeister Daniel Poth eröffnete die Veranstaltung vor vielen Freundinnen und Freunden des Weinlehrpfades.
Anschließend sprach der Verbandsgemeindebürgermeister Daniel Salm ein Grußwort, ebenso wie Sabine Zwick, die Geschäftsführerin des Vereins SÜW Edenkoben e.V. Das Engagement der WLP-Gruppe wurde ebenso gewürdigt, wie die Bedeutung des Weinlehrpfades für den Tourismus. Im Anschluss sprachen die amtierende und vorherige Weinprinzessin über unseren guten Wein.
Den Abschluss der Festredner bildete der 2. Vorsitzende des Heimatbundes, Torsten Materna, der in seiner Ansprache vor allem die Bedeutung des Heimatbundes für den Weinlehrpfad betrachtete. Seine Rede hier im Wortlaut:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste, liebe Freundinnen und Freunde des Weinlehrpfades, wenn wir heute 50 Jahre Weinlehrpfad feiern, dann feiern wir nicht nur einen Weg mit alten Keltern und Weinfuhren. Wir feiern eine Idee – und diese Idee hat einen Namen, einen Entstehungsort und einen Träger: den Heimatbund Edenkoben.
Der Heimatbund steht in einer Tradition, die 1872 mit dem ersten Verschönerungsverein der Pfalz begonnen hat – gegründet hier in Edenkoben durch Karl Sturm. Sein Auftrag war damals: die Heimat verschönern und den Fremdenverkehr anheben. Dieser Auftrag hat hundert Jahre später eine neue Form gefunden – im Weinlehrpfad. Es war kein Zufall, dass die Idee aus dem Heimatbund kam. Es war Folgerichtig.
Im April 1971 trug der damalige 1. Vorsitzende und spätere Ehrenvorsitzende des Heimatbundes, Dr. Ludwig Urschbach, in der Generalversammlung des Weinbauvereins seinen Vorschlag vor. Die Errichtung eines Weinlehrpfades an der Villastraße. Unser Heimatbrief Nr. 31 berichtete noch im selben Jahr darüber. Aus der Idee wurde eine gemeinsame Initiative von Heimatbund, Stadtverwaltung, Weinbauverein und den Edenkobener Jungwinzern. Die Federführung, die Projektleitung, würde man heute sagen, das Werben um Spenden, das Organisieren, das Koordinieren – die lag beim Heimatbund. Dort war Dr. Urschbach Motor und Anschieber zugleich. Der Heimatbund veranstaltete Weinproben zugunsten des Pfades, rief immer wieder zu Sach- und Geldspenden auf und investierte bis zur endgültigen Fertigstellung unglaubliche 100.000 DM – ein außergewöhnliches Engagement für einen ehrenamtlichen Verein. Am 15. Mai 1976 wurde der Weinlehrpfad feierlich eröffnet. Damit war die Arbeit aber nicht zu Ende, sie hatte erst richtig begonnen.
In den Jahrzehnten danach hat der Heimatbund die Beschilderung am Weinlehrpfad mehrfach erneuert. 2008 hat Alois Wintergerst die blechernen Rebblätter neu lackiert und überarbeitet. Hubert Minges, unser ehemaliger 2. Vorsitzender, hat sich jahrelang um die Liebeslaube gekümmert und Texte für 16 neue Sortenbeschreibungen gestaltet. Und Paul Walter hat über zwanzig Jahre lang den Kammertbau am Kelterplatz gepflegt. Das ist die Rolle, in der sich der Heimatbund sieht: dranbleiben, wenn andere weiterziehen. Bewahren, wenn der Zahn der Zeit nagt.
Seit 2020 hat der Weinlehrpfad einen neuen Aufbruch erlebt. Das ist das Verdienst des WLP-Teams unter Leitung von Jürgen Alter der zusammen mit Hubert Minges, Rolf Baumann, Maximilian Heck, Dieter Münch, Ludwig Schneider, Marcus Schreieck, Alois Wintergerst, Uwe Rother, Hubert Müller und Vito Di Paola das Projekt Weinlehrpfad zu neuem Leben erweckt hat. Was das WLP-Team aus dem Pfad gemacht hat – 42 restaurierte Objekte, Patenschaften, die Mandelbaum-Allee, die Aktionen mit Kita und Grundschule –, all das verdient großen Dank und unsere große Anerkennung.
Und es zeigt: Der Heimatbund ist nicht allein. Aber er kann der rote Faden in einer Geschichte sein. Er war es 1872, er war es 1976, und er ist es 2026. Unser Vorstandskollege Rolf Baumann hat aus dem Archiv des Heimatbundes die 50-jährige Geschichte des Weinlehrpfades aufgearbeitet und ein großartiges Buch darüber geschrieben. Auch das ist der Heimatbund in Edenkoben: Erinnerungen wachhalten, damit aus Vergangenheit Zukunft werden kann. Der Weinlehrpfad ist heute mehr als ein Lehrpfad. Er ist ein Stück Edenkoben. Und der Heimatbund wird auch in den nächsten 50 Jahren das machen, was er schon seit über 150 Jahren macht: dafür sorgen, dass dieses Stück Edenkobener Heimat für unsere nachfolgenden Generationen lebendig bleibt. Vielen Dank.
Quelle: Redemanuskript Materna
Im Anschluss an seine Rede übergab Materna das Wort an Rolf Baumann, der sein neues Buch „50 Jahre Weinlehrpfad Edenkoben“ vorstellte, welches ab sofort erhältlich ist. Mit dieser Buchpräsentation endete der offizielle Teil und die Gäste feierten bei bestem Wetter und Edenkobener Wein.
Die Ausstellung „Gurs 1940″ ist noch bis zum 26. Oktober im Museum für Weinbau und Stadtgeschichte in Edenkoben, Weinstraße 107, zu sehen.Zum Einführungsvortrag von Dr. Andreas Borm am 14. September, konnte der Vorsitzende des Heimatbunds, Bernd Guntermann, ca. 50 Interessierte im Gewölbekeller des Museums begrüßen. Borm ist nicht nur Mitglied im die Ausstellung organisierenden Heimatbund,…